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Midjourney bittet Gericht, Hollywood-Studios zu zwingen, ihre eigenen KI-Trainingspraktiken offenzulegen
In einer erheblichen Eskalation des laufenden Rechtsstreits zwischen dem KI-Startup Midjourney und drei großen Hollywood-Studios hat das Unternehmen einen Antrag eingereicht, um Disney, Universal und Warner Bros. dazu zu zwingen, detaillierte Informationen über ihre eigene interne Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz offenzulegen. Die Einreichung argumentiert, dass es den Studios nicht erlaubt sein sollte, Midjourney wegen Urheberrechtsverletzung zu verklagen, während sie möglicherweise selbst ähnliche Praktiken anwenden.
Disney und Universal reichten 2024 eine Klage gegen Midjourney ein und behaupteten, dass die Bildgenerierungsmodelle des Startups unbefugte Kopien ikonischer urheberrechtlich geschützter Charaktere wie Bart Simpson und Darth Vader erzeugen könnten. Warner Bros. trat der Klage später bei. Midjourney hat betont, dass das Training seiner KI-Modelle mit öffentlich verfügbaren Bildern, einschließlich solcher mit urheberrechtlich geschützten Charakteren, unter die Fair-Use-Doktrin fällt – ein Rechtsprinzip, das die eingeschränkte Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material ohne Erlaubnis unter bestimmten Umständen erlaubt.
Der aktuelle Konflikt dreht sich um den Umfang der Dokumentation, die die Studios während der Beweiserhebungsphase des Rechtsstreits vorlegen müssen. Ein Richter hatte zuvor entschieden, dass die Studios Informationen über ihre Nutzung von generativer KI bereitstellen müssen, jedoch nur, wenn diese Nutzung zu „verbraucherorientierten“ Videos und Bildern führte. Midjourney versucht nun, diese Einschränkung aufzuheben, und argumentiert, dass sie den Studios ungerechtfertigterweise erlaubt, selektiv Dokumente vorzulegen, die ihre Behauptungen über Marktschäden stützen, während Beweise zurückgehalten werden, die Midjourneys Verteidigung stützen könnten.
In seiner neuesten Einreichung argumentiert Midjourney, dass die Dokumente, die die Studios zurückhalten, „genau diejenigen sind, die aufdecken würden, ob sie hinter verschlossenen Türen genau das tun, wofür sie Midjourney verklagen“. Das Startup argumentiert, dass, wenn die Studios bildgenerierende KI-Modelle für interne Zwecke wie Storyboarding oder die Ideenfindung für Film- oder Fernsehinhalte entwickeln, diese Beweise zeigen würden, dass das Herunterladen und Trainieren von KI mit unlizenzierten urheberrechtlich geschützten Inhalten eine Branchenübung ist – selbst unter den Studios selbst.
Neben den internen KI-Trainingspraktiken fordert Midjourney auch die Offenlegung aller Prompts, die die Studios auf seiner Plattform verwendet haben, zusammen mit den daraus resultierenden Ausgaben – nicht nur der Prompts, die angeblich verletzte Bilder erzeugt haben. Das Startup argumentiert, dass eine vollständige Aufzeichnung notwendig ist, um den vollen Kontext der Behauptungen der Studios zu bewerten und jede mögliche Heuchelei in ihrer Prozessstrategie zu bewerten.
David Singer, der leitende Anwalt der Studios, hat Midjournets Anfrage als „Ausforschungsversuch“ bezeichnet. Singer hat betont, dass die Studios „nicht versuchen, die KI-Technologie zu stoppen oder gar Midjournets Geschäft zu schließen“, sondern vielmehr wollen, dass das Startup aufhört, ihre Filme und Fernsehsendungen zu kopieren und die Verbreitung von abgeleiteten Werken einzustellen, die unbefugte Kopien ihrer berühmten Charaktere enthalten.
Dieser Fall hat weiterreichende Auswirkungen auf die generative KI-Branche und den Unterhaltungssektor. Wenn Midjourney erfolgreich ist und die Studios dazu zwingt, ihre internen KI-Praktiken offenzulegen, könnte dies einen Präzedenzfall für Transparenz bei KI-Trainingsdaten und -nutzung in der gesamten Branche schaffen. Umgekehrt könnte es, wenn das Gericht die Einschränkung der Beweiserhebung aufrechterhält, die Fähigkeit von KI-Unternehmen einschränken, Urheberrechtsansprüche anzufechten, indem sie auf ähnliches Verhalten der Kläger hinweisen. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie sowohl Technologieunternehmen als auch Content-Ersteller die rechtlichen Grenzen des KI-Trainings und des Fair Use angehen.
Der Streit zwischen Midjourney und den Hollywood-Studios stellt einen entscheidenden Moment an der Schnittstelle von Urheberrecht und generativer KI dar. Während das Gericht prüft, ob der Umfang der Beweiserhebung erweitert werden soll, wird die Entscheidung wahrscheinlich die rechtliche Landschaft für KI-Trainingspraktiken und die Verantwortlichkeiten von Unternehmen prägen, die urheberrechtlich geschützte Inhalte sowohl erstellen als auch nutzen. Der Fall entwickelt sich weiter, wobei sich beide Seiten auf das vorbereiten, was ein langwieriger und folgenreicher Rechtsstreit werden könnte.
F1: Was bittet Midjourney das Gericht zu tun?
Midjourney bittet das Gericht, Disney, Universal und Warner Bros. dazu zu zwingen, detaillierte Informationen über ihre eigene interne Nutzung von generativer KI offenzulegen, einschließlich Trainingsdaten und auf Midjournets Plattform verwendeter Prompts, nicht nur verbraucherorientierte Ausgaben.
F2: Warum argumentiert Midjourney, dass diese Informationen relevant sind?
Midjourney argumentiert, dass, wenn die Studios KI auch für interne Zwecke mit unlizenzierten urheberrechtlich geschützten Inhalten trainieren, dies zeigen würde, dass solche Praktiken eine Branchenübung sind und Midjournets Fair-Use-Verteidigung stützen könnten.
F3: Was ist der aktuelle Status des Streits um die Beweiserhebung?
Ein Richter hatte zuvor entschieden, dass die Studios Informationen über die KI-Nutzung bereitstellen müssen, die zu verbraucherorientierten Inhalten führt. Midjourney versucht nun, diese Einschränkung aufzuheben und eine umfassendere Offenlegung zu verlangen.
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